Archiv der Kategorie: Alpin

Alpine Tourenvorschläge

Höchste Wand des Balkans erstbegangen

Arapit Topo
Im Westen war sie bisher völlig unbekannt: Die „Arapi – Südwand“ in den nordalbanischen Alpen. Mit 800 Metern Wandhöhe und 1000 Klettermetern ist sie die mit Abstand höchste Wand aller Balkanländer und damit etwa doppelt so hoch wie die „Anica Kuk“ in Kroatien und immerhin fast anderthalb mal so groß wie die „Peretele Vaiia Alba“ in Rumänien. Jetzt gelang einem internationalem Kletterteam im Rahmen der Geoquest-Kletterexpedition 2010 in 18 Seillängen der freie Durchstieg.
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Doppelerfolg an den Drei Zinnen: Dirk Uhlig und Alexandra Schweikart wiederholen „Via Camillotto Pellesier” (8a+/8b) an der Großen Zinne Nordwand

Text: Alexandra Schweikart, Fotos: © Bernardo Gimenez

In der Route
Am 24. und 26. August sicherten sich Dirk Uhlig (29) aus Erfurt/Thüringen und ich, Alexandra Schweikart (25) aus Bad Rippoldsau im schönen Schwarzwald zwei der raren Rotpunkt-Begehungen der „Via Camillotto Pellesier” an der Großen Zinne Nordwand (Drei Zinnen) in den Dolomiten (Italien):
11 SL (7b+, 7c+, 8a+/8b, 8a, 7a, 8a+, 6c+, 6b, 6a, 4a, 5a), 400m, dann 150m 3+-Gelände auf der „Dibonakante“ zum Gipfel (2999m).

Die Route wurde 1967 als Techno-Route von Enrico Mauro und Mirko Minuzzo eingebohrt und vom 20.-29. Juli 1967 „in einem Zug” begangen; es stecken beachtliche 340 (!) Sticht- Bohrhaken zur Fortbewegung. Sie widmeten die Route Pellesier. Die Route wurde von Mauro „Bubo” Bole 2003 mit gut gebohrten Standplätzen versehen und erstmals im Rotpunktstil geklettert. Bis heute wurde Sie nur wenige Male wiederholt, darunter von Dušan Janák (erste Wiederholung), Marko Lukić , Kurt Astner, Ines Papert und Stefan Köchel und ist die schwerste Linie an der Großen Zinne.
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Aiguille Verte – The Neverending Story

Autor: Frank, Bilder: Matze

Das Frühjahr war durch Wärme und lange Routen in bestem Fels geprägt – Marokko war das Ziel für drei Wochen. Aber darum soll es hier nicht gehen, denn die Fähigkeiten des menschlichen Körpers lassen sich ebenso in unweiter Entfernung in kürzer Zeit erkunden.

Die Wand

Matze und ich nutzten die schönen Tage und wollten nochmal die Eisbeile in langen Wänden schwingen, das Material einsetzen und nicht nur in der heimischen Ablage einstauben lassen. In Chamonix angekommen machte uns die akute Lawinengefahr ein wenig Sorgen und die Verhältnisse lassen das Steigen in steilen Wänden nicht zu – somit vertagen wir die Hochtouren und legen die leichte Kleidung an. Sportklettern an den Felsen von Chamonix ist angesagt. Anfangs schon etwas absurd; Sportklettern im Schatten der Klassiker und deren wunderbaren Wände und Gipfel. Wir lassen uns nicht stören, genießen die Aussicht beim Klettern und toben uns ein wenig aus. Das Wetter lädt zu Kaffee, Relaxan und Klettern ein. Die Sonnenstrahlen wärmen uns nicht nur, sie lassen uns auch ein wenig das weiße Kleid des deutschen Büroangestellten ablegen.
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Klettern in Italien – Finale Ligure

Klettern am MeerFinale Ligure, sagten alle, sei sehr schön, der Fels rauh und die Temperaturen ganzjährig zum Klettern geeignet. Gut, dachten wir uns, und fuhren Ende Februar hin. Hier nun ein paar Infos für Nachahmer.

Anfahrt

Zunächst sollte man wissen, dass Finale Ligure im SW von Genua liegt und somit eine ganze Ecke von Mitteldeutschland entfernt. Der Routenplaner wird um die 1000km angeben, aber die Fahrt lohnt sich in jedem Falle, das im Vorfeld. Zu bedenken gibt es, dass man Vignetten für Österreich (Pfändertunnel gehört strenggenommen schon zur Autobahn, also auch bei Fahrt über Bregenz direkt Vignettenpflicht) und die Schweiz erwerben muss, will man über den San Bernadino Pass, die wohl kürzeste Variante, fahren. Auch in Italien wird Autobahnmaut erhoben.
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Klettern auf Sizilien

Klettern auf SizilienDas Wetter in Deutschland ist wieder Grau und nass, nicht genügend Kälte für das Eisklettern, zu wenig Motivation für das Plastikturnen und zu viel Fernweh für den heimischen Boulder?

Dann nichts wie weg – eine „Billigflieger“ gesucht und in den warmen Süden bei festem Gestein und ausreichend Routen für dicke Unterarme und schmerzende Finger. Sizilien – die Insel im Mittelmeer ist ein solches Ziel.
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Klettern am Gardasee

Colodri„Ich weiß noch ganz genau, als ich das erste Bonbon von meinem Großvater bekam.“ Ohne den Bezug zu verlieren, aber ähnlich war es auf meiner ersten Reise zu den Wänden des Sarca Tales. Der „Alterspräsident“ des KVFL Bernd – hatte mich damals in das Klettern und Genießen in der Nähe des Gardasees eingeführt und ich lernte die Vorzüge von mediterranem Klima und die Vielzahl an Möglichkeiten zum Klettern kennen. Ob als Einsteiger die Schleicher um Baone und Sonnenplatten oder für die Meister des vertikalen Turnens, die weit überhängenden Routen in Massone, genauso wie die alpinen Klassiker in der Colodri, Rupe Secca und Cima alle Coste oder einen der vielen wunderschönen Klettersteige.

Mittlerweile ist das Gebiet um Arco immer für einen Trip gut und es sind diverse Tage und Wochen zusammen gekommen, die man dort verweilt. Aber noch immer ist es wie beim ersten mal, sobald man die monotone Autobahnfahrt an der Ausfahrt Trento Cento beendet hat, biegt man in die schöne Landschaft des Sarca Tales und die Fahrt ist vergessen. Ab nun ist man gefesselt von den vielen Kalkwänden, dem vielen Grün und dem angenehmen Klima. Meist halte ich dann am ersten See und mache Picknick, die Eindrücke genießen und abspannen, bevor es dann an die ersten Routen geht oder eine der vielen gemütlichen Rusticos aufgesucht werden um Pizza und Bier zu bestellen. Abends findet man dann meist etwas Livemusik und eine schöne Sitzgelegenheit inmitten des Lebens oder weit über der Stadt und genießt den Ausblick wie ich das in Deutschland vermisse.

So viel zur Vorgeschichte und dem Lob auf ein Gebiet, was auch im Zeitalter des Massentourismus noch immer eine Reise wert ist.
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Ama Dablam Anstiegsbeschreibung

Die letzte Woche wurde durch freudigen eMails von Volker und Axel angereichert, die den Gipfel des Ama Dablam erreicht haben. Die Eindrücke in den eMails waren berauschend und die Hände klebten beim Lesen an der Mouse.
Nachdem sie beide wieder in ihrer jeweiligen Heimat sind, Volker in Halle/ Deutschland und Axel in Windhoek/ Namibia, haben sie uns nun auch einige Bilder und einen Bericht zum Aufstieg zukommen lassen. Für alle nun hier zum Nachahmen hinterlegt, oder auch „Nur“ zum Lesen.
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Pallavicinirinne am Großglockner, 3798m

Allgemeines:

Der berühmteste Eisanstieg Österreichs durch die Ostseite des höchsten Berges Österreichs, der Grossglockners ist ein Muss fuer jeden Steileisartisten. Die durchgehende Eis- bzw. Firnschicht ist zwar nur im Frühjahr vorhanden, aber trotzdem ist eine Begehung ein fantastisches Abenteuer. Kaum zu glauben, dass Markgraf Pallavicini mit seinen zwei Bergführern die Rinne vor mehr als 100 Jahren als Erster durchstiegen hat. Heute steht eine Biwakschachtel nahe des Einstieges, welche allerding snur für 8 Personen ausgelegt ist. Auch besteht nicht die Möglichkeit in der Umgebung ein Zelt zu errichten. Sie ist immer hoffnungslos überfüllt, aber als Stützpunkt nicht wegzudenken. Die Schwierigkeiten sind im Randkluftbereich, im engen „Flaschenhals“ zu Beginn und in den Ausstiegsseillängen. Der Steinschlag ist die grösste Gefahr, weshalb ein früher Aufbruch unbedingt nötig ist.
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Tourenbericht Berner Oberland und Wallis

Autoren: Text: Robert, Foto: Stefan

Morgenhorn, Nadelhorn, Dom, Monte Rosa Massiv

Bild0Um wieder einmal aus den heimischen Klettergärten raus zu kommen und ein wenig in die große alpine Bergwelt rein zu schnuppern, bin ich diesen Sommer mit drei Bergkameraden im Berner Oberland und im Wallis unterwegs gewesen. Um euch von unseren Erlebnissen zu berichten hab ich mich also zu abendlichen Stunden vor den Rechner gesetzt und ein wenig geschrieben. Folgendes kam dabei raus:

Inhalt

Kasachstan/Kirgistan und weiter in das Tien Shan zum Khan Tengri

Reisebericht

Das TeamTien Shan – ein wunderbar fremdländisches Wort, mit dem ich bisher nichts zutun hatte, das sollte sich bald ändern. Nachdem Danny mich also für diese Tour begeistert hatte, was wohl in allem 20 Sekunden dauerte, machte wir uns an die Arbeit. Das ganze sollte von uns allein auf die Beine gestellt werden, keine Agentur und kein Bergführer, der uns auf den Gipfel zieht. Ansonsten wollten wir alles im Alpinestil klettern. Bei den Vorbereitungen kamen uns viele Leute zu Hilfe, die noch aus Zeiten der DDR Kontakt hatten, bzw. dort waren. Besonders half uns aber trotzdem das Internet, wodurch ich Kontakt mit MARAT AINSANOV aufnehmen konnte. Ein Mann, wie sich herausstellte, der sich bestens in diesem Gebiet auskannte. Er half uns die Formalitäten, die alleine für die Einreise nötig waren zu besorgen und organisierte letztendlich die Anreise ins Basislager. Ohne die einschlägigen Kenntnisse von Marat wäre uns die ganze Tour um das doppelte teurer gekommen. Hier im Land zählte nur der harte Doller und die Erfahrungen, ihn richtig zu dosieren. Ansonsten ist man schon Pleite, ohne im Basislager angekommen zu sein.
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