Hot Spotz, Trekking, Bergsteigen – Bolivien

per BahnBolivien ist ein geheimnisvolles Land im Herzen von Südamerika. Die Landschaft ist geprägt von der klaren und elementaren Weite des Altiplano, den mächtigen schneebedeckten 6OOOern der Kordilleren und den sattgrünen und goldenen Farben des Amazonastieflandes.
Der Gegensatz »Anden-Amazonas«, der den geographischen und kulturellen Reiz des ganzen Kontinentes bestimmt, ist nirgendwo so deutlich auszumachen und so spektakulär vollzogen wie in Bolivien. In keinem anderen Land Südamerikas brechen die Berge abrupter ab, fuhren die Straßen waghalsiger in die Tiefe als hier.

EssenLa Paz, die Cordillera Real und der Titikakasee gehören längst zu den Klassikern einer Bolivienreise. Aber es gibt weit mehr zu entdecken. Im Salar von Uyuni glaubt man sich in eine surreale Welt versetzt, so unwirklich erscheinen die Konturen und die Stille der Salzwüste. In Potosi steigt man mit den Mineros in die schemenhafte Dunkelwelt des Silberberges hinab, deren Schätze der »Teufel« bewacht. In den vielen Kirchen und Museen macht man die Bekanntschaft mit Melchor Perez Holguin, einem der wellgrößten Maler des Barocks.
Das Leben in dem mehrheitlich indianischen Land spielt sich auf den Märkten ab, die bunt sind wie ein Flickenteppich. Die ausgelassenen Feste sollen die Mühen des Alltags vergessen machen. Die Phantasie der Menschen zeigt sich in den vielen unterschiedlichen Masken und Tänzen.
Markt
Mensch und Landschaft leben in perfekter Harmonie. Boliviens jahrzehntelange Abgeschiedenheit und die indianischen Traditionen haben die Ursprünglichkeit des Landes weitgehend unberührt gelassen. Die europäischen Eroberer haben das Land nicht wirklich verändert. Bolivien bedient sich zwar westlicher Regierungsformen, aber seine Seele ist indianisch, Aymara und Quechua haben neue Einflüsse bislang stets in ihr Weltbild integrieren können. Das war schon zu Zeilen der Konquista der Fall, als sie die katholische Jungfrauen Verehrung mit dem Pachamamakult für Mutter Erde gleichsetzten.
Vor dem Einfall der Spanier war das Land die Schnittstelle der Völkerwanderungen zwischen den Anden und dem Amazonasgebiet. In Zukunft soll es zur Drehscheibe der beiden Wirtschaftsblöcke Andenpakt und Mercosur werden.
Bolivien übt einen großen Reiz auf seine Besucher aus und verleitet unentwegt zum Träumen, Die Jesuiten träumten von einer gerechten und brüderlichen Gesellschaft zwischen Weißen und Indianern, Die amerikanischen Outlaws Butch Cassidy und Sundance Kid träumten vom bürgerlichen Leben, und Che Guevara träumte von der Weltrevolution.
In Bolivien kann man noch Abenteuer finden, aber auch Muße und Inspiration, wie die vielen Reisenden von Alcides d’Orbigny bis Hans Ertl, die sich in dieses Land verliebten, weil es damals wie heute die Möglichkeit bietet, eine Neue Welt zu betreten.
Bienvenidos a Bolivia !

Hot Spotz

Karte
La Paz, die höchste Großstadt der Welt, fühlt ein Doppelleben mit indianischen Traditionen und westlichen Lebensformen. Auf den bunten Märkten dominieren die Cholas. Im Süden der Stadt überwiegen die europäischen Einflüsse. Stets ist der Illimarn. der Wächter der Stadt, in Reichweite.

Der Titikakasee ist die Wiege der Andenkulturen. Er speiste das Kanalsystem von Tiwanaku und sorgte für die milden Temperaturen, die den goldenen Mais der Inka gedeihen ließen. Copacabana und die Isla del Sol sind auch heute spirituelle Orte. Über die Hügel entlang der Ufer verlaufen zahlreiche Wege mit Blick auf die tiefblaue Wasserfläche, die terrassierten Felder und die Eis- und Schneeberge der Cordillera

Coroico
Nach einer aufregenden Fahrt vorbei an Schluchten und Steilhängen empfangt die »Perle der Yungas« den Reisenden mit wannen Temperaturen und einer üppigen Vegetation. Weit ab von der Hektik des Alltags, aber nah dran an den gewohnten Bequemlichkeiten unserer Zeit, muss man auf Mußestunden am Pool, gutes Essen und bekannte musikalische Klänge nicht verzichten.

Huayna Potosi
Hochlager
Die Cordillera Real versammelt einige majestätische Bergriesen, doch nirgendwo sonst lässt sich die magische 6000er Marke leichter überschreiten als am Huayna Potosi. Seine klassische Pyramidenform hat ihn zur »Königin der Anden« gemacht. Der Berg ist nur 45 Kilometer von La Paz entfernt und das Basislager in kurzer Zeit von der Straße ins Zongotal erreicht. Wer zum ersten Mal seine Steigeisen in den Gletscher des Huayna Potosi gestemmt hat, den wird das Bergsteigen so schnell nicht mehr loslassen.

Sorata klammert sich an die Flanke des kolossalen Illampu. Die Dichter besingen es als »Garten Eden«. Von hier führen die Wege hinauf zu den Bergriesen und hinab ins Amazonastiefland auf den Spuren der Inka und Abenteurer.

Wüste Uyuni
Salar de Uyuni, die weiße Wüste aus Salz, verliert sieh am Horizont wie eine arktische Schneelandschaft. Im Süden des Salars breitet sich eine surreal anmutende Landschaft mit Bergen, Geysiren und Lagunen aus. Die pinkfarbenen Flamingos beleben die menschenleere Weite.
Panne
Sucre hat eine mediterrane Atmosphäre. Sie lebt in ihrer Kolonialarchitektur und pflegt ihre republikanischen Sitten. Die verfassungsmäßige Hauptstadt hat die »Operettenbühne« des 19. Jahrhunderts stehen lassen, auf der heule die Studenten spielen.

Potosi ist eine Stadt der Extreme, ein Symbol der Geschichte Südamerikas. Potosi erzählt vom Reichtum der Kirchen und vom Elend der Minenarbeiter. Auch heute, lange nach ihrem wirtschaftlichen Niedergang, ist die Anziehungskraft des Silberberges und der Casa de La Moneda ungebrochen.

Ruta de Butch & Sundance
Die Wild West Kulisse aus Canons und Kakteen, durch die heute der Expreso del Sur rollt, war der letzte Fluchtpunkt des amerikanischen Gangsterpaares Butch Cassidy und Sundancc Kid – ein Mythos der weiterlebt. Im Minennest San Vicente soll es 1908 zum berühmten Showdown gekommen sein. Doch die Leichen der beiden wurden nie gefunden.

Ruta del Che
Die Gebeine von lirnesto Che Gucvara sind hingegen aufgetaucht. Die Ruta del Che folgt den letzten Stationen des Guerrillakämpfers, zweifelsohne einer der schillerndsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Geschichte wird lebendig, wenn Zeitzeugen und -Zeugnisse in Vallegrande und La Higuera vom »Heiligen Ernesto« erzählen und sich über die »Entführung« der Knochen nach Kuba ereifern.

Jesuitenmissionen
Im tropischen Osten Boliviens wollten die Jesuiten im 18. Jahrhundert den Menschheitstraum einer »gerechten Gesellschaft« verwirklichen. Das Vorhaben scheiterte, aber die großartigen und einmaligen Missionskirchen konnten vor dem Verfall bewahrt werden und sind heute in alter Pracht auferstanden.

Das verschlafene Cachuela Esperanza liegt an den Stromschnellen des unteren Rio Beni, inmitten des tropischen Regenwaldes. Die Erfindung des Kautschukkönigs Nicolas Suarez war in den 20er Jahren die modernste Stadt Boliviens, zu einer Zeit, als man noch an die Allmacht des technischen Fortschritts glaubte. Der Dschungel hat sich den Ort zurückgeholt.

Trekking

Inkatrail bzw. Takesi Trek
Inkatrailkarte
Takesi-TrekDer Inkatrail gehört zu den populärsten Trekkingrouten in den Anden, trotzdem waren wir die ganze Tour alleine unterwegs. Unterwegs trifft man Einheimische, die hier noch die traditionelle Lebensweise zelebrieren, mit Lamazucht und Webarbeiten. Der Trek führt duch eine sich stark veränderte Landschaft mit stark wechselnder Vegitation. Die Route, welche Ursprünglich die Handelsroute der Inkas war, ist über große Abschnitte gepflastert. Man findet Treppenstufen und Abwasserkanäle, sowie Stützwände.
Auf dem Pass
Der Trek durchschneidet die Cordillera Real. Für diese Tour sollten mindestens 2 Tage veranschlagt werden. Ohne Zelt sollte die Tour nicht unbedingt gemacht werden, auch wenn dies in vielen Reiseführern beschrieben wird.
Dschungel
Wer sich Natur und Leute anschauen will, sollte in jedem fall 3 Tage veranschlagen. Unterwegs findet man immer wieder Wasserstellen, zum Auffüllen der Trinkvorräte. Die Tour führt über einen 4700m hohen Pass, also sollte man möglichst vorher schon mal etwas Höhenluft geschnuppert haben.
Viele schöne Rund- und Einblicke begleiten diesen Trek, von hohen Bergen, über anstrengende Wege nach oben, schöne Tiefblicke in Fels und Dschungel sowie beeindruckende Pflanzenwelten im Tiefland. Eine der schönsten Übernachtungsmöglichkeiten findet man in Takesi, hier kann man auch schon mal eine leicht Bekleidung gebrauchen, im Gegensatz zum Rest des Landes.

Verwendetes Material:

  • Hella Braun, Frank Semper „Nah Dran – Bolivien“ ISBN 3-9805953-0-7
  • Anulf Blecken „Bergwandern und Bergsteigen in Bolivien“ ISBN 3-89811-859-3

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