La Reunion – Bourbon

Am Gipfel des VulkansDie französische Insel im Indischen Ozean, 800 km östlich von Madagaskar und 200 km von Mauritius, 10000 km von Deutschland (12h Flugzeit) ist ein kleines Paradies mit einem Umfang von 250 km, winzig klein, für sich genommen aber sehr vielseitig. Die Kombination aus grandiosem vulkanischen Relief und üppigem tropischen Klima hat einzigartige Landschaften entstehen lassen. Reunion, dieser ins Meer gestellter Berg, misst an seiner höchsten Stelle im Zentrum 3069 m: der Piton des Neiges ist das Dach des indischen Ozeans. Das zweite Massiv der Insel im Südosten wird vom Piton de la Fournaise mit 2631 m beherrscht, einem der aktivsten Vulkane unseres Planeten. Dieses tropische Gebirge ist gemeißelt aus tiefen Tälern, Schluchten und Flüssen.

Klettern auf La ReunionDrei Cirques im Inneren sind über drei Engpässe mit der Küste verbunden: Cilaos, Mafate und Salazie. An der Küsteweichen die schroffen Basaltfelsabhänge den hellen und schwarzen Sandstränden im Westen. Die mikroklimatische Vielfalt ist erstaunlich: vom Strand wenige Kilometer landeinwärts wird die durch Passatwindegemilderte tropische Hitze durch den Einfluss der Höhe abgeschwächt. Im Osten nähren die Regenfälle des südlichen Sommers, von Dezember bis April, eine üppige Vegetation. Im Westen, der durch das Küstenrelief geschützt wird, herrscht ewige sonnige Urlaubsstimmung.
Reunion ist ein riesiger botanischer Garten, wo einen nach jeder Kurve einer Strasse oder eines Wanderweges neue Wohlgerüche und Farben überraschen.
Diese Vielfalt der Natur wird ergänzt durch eine menschliche Vielfalt, die sich aus der kurzen Geschichte der Insel ergeben hat. Bis zum 17. Jahrhundert war die Insel menschenleer bevor sie von den Franzosen kolonisiert und anschließend durch aufeinanderfolgende Immigrationswellen von Madagaskar, Indien, Afrika und China aus bevölkert wurde. Innerhalb kürzester Zeit verband die Rassenmischung die Schicksale, vermischte menschliche Abenteuer auf die Spur.
BasinDie Hauptstadt ist mit 130000 Einwohnern eine der größten Städte des französischen Übersee-Departments. Hier lassen sich vor allem die vielen Religionen der Insel bestaunen.
An der Westküste erstrecken sich sonnige Strände, die von den Wellen umspielt werden oder im Schutz eines Korallenriffs und einer Lagune liegen. An den Abhängen der Berge werden die Zuckerrohrfelder von kühlen Wasserfällen unterbrochen. Der wichtigste Aussichtspunkt der Westküste ins Maido, den man durch den Tamarindenwald erreicht. Von hier hat man einen schwindelerregenden Einblick in den Cirque de Mafate.
Im Süden ist die Küste wilder, das Meer brodelt am Fuß von Steilküsten, Vanille wächst im Unterholz, kaum zu entdecken. Von hier erreicht man den Vulkan über schöne Wanderwege durch den Regenwald und hat die Möglichkeit den Cirque de Cilaos über die Strasse zu erreichen, was nur an zwei Stellen der Insel möglich ist.
In Richtung Osten gedeiht auf fruchtbaren Boden Zuckerrohr so weit das Auge reicht. In diesem Meer der Felder entdeckt man einige Mandarinenbäume und schöne Orchideen, zu denen auch die Vanillepflanze gehört. Deren Entstehungsgeschichte sollte man sich im üprigen genauer anschauen – bemerkenswert. Flüsse eilen dem Meer entgegen und durchqueren auf ihrem Lauf Schluchten, die von Wasserfällen und -becken geprägt werden.
Die Insel weckt starke Gefühle, sobald man in das gebirgige Landesinnere vordringt. Das großartige Naturschauspiel ändert sich unaufhörlich von einem Cirque zum anderen.
CanyoningCilaos, das sich nach Süden hin öffnet, ist Thermalort, dessen warme Gewässer im Vulkaninneren des Piton des Neiges entspringen. Man gelangt auf Panoramastrasse dorthin, die in eine Steilküste gemeißelt wurde und nach jeder Kurve mit einer neuen Aussicht wartet. Besonders das Busfahren ist hier ein Erlebnis. In der Ruhe der Höhe pflegen die Einwohner, die von mutigen Pionieren oder flüchtigen Sklaven abstammen, ihre Traditionen: Stickerei, Weinbau, Linsenanbau…Cilaos ist der ideale Ausgangspunkt für die Entdeckung der Bergregion von Reunion. Hierbei möchten eine Unterkunft besonders empfehlen, bei der man sich ein traditionelles Essen, das Carri genannt wird, mit den Familienangehörigen nicht entgehen lassen sollte.(Gite le Clair de Lune, Tel:0262318803, 10 rue Winceslas, 97413 Cilaos) Hier gibt es die größten Wände für Kletterer und die schwersten und längsten Wasserfälle für alle Canyoning-Fans.
KletternMafate, der benachbarte Cirque, ist zu einem regelrechten Heiligtum geworden. Das zerklüftete Relief der umgebenen Felsen, mit einer Steilwand von 1000m, macht es unmöglich, ihn mit dem Auto zu erreichen. Man begibt sich zu Fuß oder im Hubschrauber dorthin. In diesem einsamen Wanderparadies führen unzählige Wanderwege durch eine Kulisse aus unberührten Bergspitzen, reißenden Flüssen und kleinen Weilern, wo man Unterkunft und Verpflegung findet. Auch Zeltplätze sind hier im kleinen vorhanden. Aber wer in einer Hütte übernachten und sich nicht selbst verpflegen will, muss seine Tour vorher in einer der vielen Informationen buchen.
Salazia im Osten ist der grünste der drei Cirques. In dieser Gegend unendlicher Wasserfälle und senkrecht abfallender üppig bewachsener Felswände, liegt Hell-Bourg mit seiner gut erhaltenen kreolischen Architektur. Hier bieten die Hochlagen abwechslungsreiche Pflanzenwelt. Der Wald von Belouve, wo wilde Orchiden wachsen oder die Weiden mit den Viehherden von Houtes Plaines. Aber das ganzbesondere ist natürlich der Vulkan. Schon auf seiner Zufahrt ist man begeistert und fühlt sich auf den Mond versetzt. Hier lässt sich flüssige Lava bestaunen, wobei sie sich vorher gut informieren sollten, da man sich hier schnell die Finger verbrennen kann. Bei einem Aufstieg von Süden her, kann man die Schlunde des Vulkans bestaunen mit seinen rotleuchtenden Kuppen. Der letzte Ausbruch am 7.07.01 überschwemmte die Südstrasse mit seiner Lava, so das der Ostteil nur über die Nordverbindung erreichbar war.
Auf dem BazarReunion ist durchzogen von 1000 km markierter Wanderwege, die auch anspruchsvolle Trekkingfreunde in ihren Bann ziehen. Durch ihr gewaltiges Relief ermöglicht die Insel aber auch so eindrucksvolle Erfahrungen wie Canyoning, Klettern, Wassersport oder Drachenfliegen. Nicht nur erfahrene Profis kommen hier auf ihre Kosten, auch Neulinge können sich bei einem Kurs begeistern lassen.
Mountainbiker und Reiter finden viele ausgezeichnete Touren bei noch entwicklungsfähigem Terrain. In allen Schwierigkeitsgraden ist hier die Natur zu genießen.
Ausflüge lassen sich aber auch per Hubschrauber oder Leichtflugzeug buchen, wobei die Ausblicke grandios sind.
Surfer fühlen sich in den Küstenregionen wohl, wobei je nach Können die Küsten gewählt werden müssen. Die Surfgebiet der Insel sind international angesehen.
Auf der ganzen Insel sind verschieden Unterkunftsmöglichkeiten vorhanden. Wobei für jeden Geldbeutel etwas dabei ist.

Für weitere Informationen stehen alle Mitreisenden gerne zur Verfügung. Mailt mir einfach und ich werde versuchen Euch zu helfen.

Verwendetes Material:

Weiter Infos im Netz:

Kletterführer „Reunion“
(Wissensstand: 8/2001, leider nicht mehr zu erwerben! bei Interesse bitte an uns wenden)

0 Gedanken zu „La Reunion – Bourbon

  1. Pendl Irene

    Hallo,
    ich und mein Mann planen für Oktober eine Woche auf La Reunion. Wir würden gerne eine Trekkingtour machen, aber nicht so nach Massentourismus und Massenschlepptau. Sind die Touren gut markiert und beschrieben, sodass wir diese auch gut alleine machen können? Oder gibt es kleinere Gruppen? Auf dieser Seite hier finde ich auch Angaben über Klettermöglichkeiten. Wie ist der Schwierigkeitsgrad? Wie gut abgesichert? Welche Länge an Seil ist notwendig? Wo können wir die Topos oder einen Führer herbekommen? Viele viele Fragen, kann uns wer Antwort geben?

    LG
    Irene und Gerhard

  2. Frank

    Hallo Irene,
    nun ist es schon eine Weile her und ich hoffe, dass La Reunion diese Möglichkeiten noch bietet. Wir haben die Insel immer recht einsam erfahren, zumindest auf den Wanderwegen und den Kletterrouten. Die Touren sind übersichtlich, nachvollziehbar auf der Karte oder dem Reiseführer. Zum Thema Klettern gibt es alles, vorrangig Sportklettern mit sehr guten Sicherungsverhältnissen und ebenso schöne lange Routen, komplett eingebohrt – franz. Standard eben. Die Ausrüstung muss daher nicht mehr als im klassischen Sportklettern umfassen, auch wenn ich pers. 60m Seil immer bevorzuge.