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Die Taktik des Höhenbergsteigens

Notfalltherapie bei Höhenkrankheiten

Abstieg: bestmögliche Therapieform für alle Formen der Höhenkrankheiten
Dexamethosan: Cortisonpräperat, das bei einem Höhenhirnödem eingesetzt werden kann
Nifedipin retard: Blutdrucksenkendes Mittel, das bei Höhenlungenödem eingesetzt werden kann
Sauerstoff: zeitlich begrenztes Medikament für alle Formen der Höhenkrankheit
Überdrucksack: Polyamidsack, in dem Überdruck von 220mbar (ähnlich dem Abstieg um 2500 – 3500m) erzeugt wird, zeitlich unbegrenzt für alle Formen des Höhenbergsteigens
überdrucksack

Einer der Hauptreize von Expeditionen ist das Erlebnis von Höhe. Die richtige Akklimatisation zählt dabei zu den wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen einer Expedition oder Trekkingtour. Wie Sie sich vor den Folgen des Sauerstoffmangels am besten schützen können verrät Ihnen Thomas Lämmle.

(Archiviert aus DAV Panorama 6/2001)

Ein rascher Höhenaufstieg, zum Beispiel durch eine Seilbahn-auffahrt oder einen Druckabfall im Flugzeug, kann bereits ab 1500 Meter zu messbaren Funktionsbeeinträchtigungen komplexer Gehirnfunktionen führen. Bei raschem Aufstieg auf 4000 Meter treten Schwindel, Herz- und Atemstörungen, ab circa 5000 Meter Gleichgewichtsstörungen und Sehverminderung auf. Ab 6000 Meter muss man mit Bewegungsstörungen, Krämpfen und Bewusstlosigkeit rechnen. Oberhalb von 7000 Meter werden rund 80 Prozent, auf Everesthöhe (8850 Meter) praktisch 100 Prozent der Menschen innerhalb von zwei bis drei Minuten bewusstlos und sterben kurz darauf. Ein sehr schneller Aufstieg in große Höhen ist also stets ein lebensbedrohliches Ereignis. Je langsamer dagegen ein Höhenaufstieg erfolgt, desto eher kann sich der Organismus an den herrschenden Umgebungsdruck anpassen und desto länger ist ein Überleben in großen Höhen möglich.

Hinsichtlich der Akklimatisationsgeschwindigkeit und Höhentoleranz bestehen große individuelle Unterschiede. Einige Menschen passen sich sehr schnell an, andere dagegen einwickeln unter gleichen Bedingungen eine akute Höhenkrankheit bzw. benötigen mehr Zeit bis zum Erreichen der vollständigen Akklimatisation. Nur sehr wenige Menschen sind nicht in der Lage, sich der Höhe, sprich dem verminderten Sauerstoffpartialdruck, anzupassen. Im Grunde genommen besitzt jeder Mensch diese Fähigkeit, vorausgesetzt er hat ausreichend Zeit zur Verfügung.

Halten Sie oberhalb von 2.500 bis 3.000 Meter die taktischen Regeln des Höhenbergsteigens konsequent ein, um eine gesundheitliche Gefährdung durch akute Höhenkrankheit zu verhindern! Höhenmediziner betonen, dass schwere Formen der akuten Höhenkrankheit mit konsequenter Höhentaktik absolut vermeidbar sind. In den „10 goldenen Regeln des Höhenbergsteigens“ (Lämmle 2000) wird das richtige taktische Verhalten in großen und extremen Höhen in Kurzform erläutert.
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