{"id":112,"date":"2007-03-18T14:10:02","date_gmt":"2007-03-18T13:10:02","guid":{"rendered":"http:\/\/kvfl.com\/klettern-in-suedafrika\/112"},"modified":"2018-09-26T18:40:50","modified_gmt":"2018-09-26T16:40:50","slug":"klettern-in-suedafrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kvfl.com\/blog\/klettern-in-suedafrika\/112\/","title":{"rendered":"Klettern in S\u00fcdafrika"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\n\nEigentlich sollte mich die diesj\u00e4hrige Reise in die H\u00f6hen des Ama Dablam f\u00fchren. Aus einigen Gr\u00fcnden habe ich dann doch abgesagt und Volker ist mit Axel erfolgreich auf dem Gipfel dieses\u00a0<a href=\"https:\/\/kvfl.com\/ama-dablam-anstiegsbeschreibung\/91\">Traumberges<\/a>\u00a0gewesen. Trotzdem konnte ich nat\u00fcrlich den Rucksack nicht in der Ecke liegen sehen und eine andere Ecke der Welt war schnell gefunden, Danny und Hartwig sind f\u00fcr vier Wochen in Namibia, danach will Danny S\u00fcdafrika erkunden und bisher war er noch alleine. Schnell wurden gemeinsame Zeitpl\u00e4ne gemacht und die Vorbereitung konnte beginnen.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einen Trip Nach SA muss man eigentlich kaum Vorbereitungen treffen, alles ist schnell gepackt, einzig das Gewichtsproblem auf den Fl\u00fcgen machte mir ein wenig zu schaffen, denn bei max. 20kg Fluggep\u00e4ck (incl. Handgep\u00e4ck) sind Stopper, Friends, Seile und weiteren Ausr\u00fcstungsgegenst\u00e4nden, wie Zelt und Kocher doch zu schwer. Mit einigen Tricks ging es dann aber doch und es konnte losgehen.<br\/>Ziel war es, so viel wie m\u00f6glich zu erkunden und dabei alle M\u00f6glichkeiten der s\u00fcdafrikanischen Kletterm\u00f6glichkeiten zu befingern. Daf\u00fcr stand uns ein Mietwagen und vier Wochen Zeit zur Verf\u00fcgung. Gleich Vorweg, die Kletterei ist traumhaft und wer sich nicht besondere alpine Ziele im Vorfeld ausw\u00e4hlt, der kann getrost die Sicherungsmittel zu Hause lassen, einzig Expressschlingen sind erforderlich und gen\u00fcgend Magnesia. Ein Zelt und die n\u00f6tigen Utensilien sind ebenso hilfreich, denn die besonders sch\u00f6nen Klettergebiete, zumindest habe ich es so empfunden, befinden sich oft abseits der Zivilisation, wenn nicht sogar in der W\u00fcste bzw. Halbw\u00fcste. Hier kann man ungest\u00f6rt Klettern und das Leben genie\u00dfen. Fester, rauer Fels, meist Sandstein, sehr gut abgesicherte Touren und eine traumhafte Landschaft sorgen f\u00fcr \u00fcberragenden Klettergenuss. Einziger Wehrmutstropfen, ein gewisses Niveau sollte man mitbringen, die meisten Routen gibt es ab dem 18ten (6a) Schwierigkeitsgrad, Tendenz steigend, bis zu 34 (9a), siehe <a href=\"https:\/\/kvfl.com\/schwierigkeitsgrade-im-vergleich\/45\">Schwierigkeitsgrade im Vergleich<\/a>.<br\/>Aber S\u00fcdafrika ist nicht eine oder mehrere Reisen wert, wegen seiner Topgebiete f\u00fcr Kletterer und Boulderer, auch f\u00fcr das Entdecken von Land und Leuten ist dieses Land empfehlenswert. Ein Land voller Kontraste und wunderbarer Landschaften. Die Tierwelt sorgt f\u00fcr h\u00e4ngende Unterkiefer und ausgelastete Fotoapparate. Aber darauf m\u00f6chte ich hier gar nicht so eingehen, denn es gibt eine Menge guter Artikel und Tipps dazu im Netz, ganz zu schweigen von der Vielzahl an Reisef\u00fchrern. Nur als Tipp am Rande, ich habe mich noch f\u00fcr einige Zeit bei einem Stamm der Lesotho aufgehalten und war dort alleine, so dass ich schnell mit den Dorfbewohnern in Kontakt gekommen bin. Ein Highlight, sollte man machen. Dazu ben\u00f6tigt man ein Allradfahrzeug oder Zeit und Ausdauer bei der Beinarbeit, da man das Gebiet nicht anders erreichen kann. Wem da auch zu teuer ist, der nimmt sich ein Quad f\u00fcr die Zeit &#8211; habe damit tolle Erfahrungen gemacht und das Fahren quer durch \u00fcber die Pisten macht nach dazu riesigen Spa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/suedafrika\/sa_karte.png\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/suedafrika\/sa_karte-2.png\" alt=\"Karte\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun zu den einzelnen Gebieten, die ich ein wenig vorstellen m\u00f6chte. Nat\u00fcrlich kann ich hier nicht alle Gebiete vorstellen, aber ich treffe eine Auswahl aus den Gebieten, die ich aufgesucht habe. Um alle Gebiete dieses Landes aufzusuchen, welches so gro\u00df wie Frankreich und Spanien zusammen ist, erfordert dann doch noch ein wenig mehr Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausgangspunkt war Kapstadt, eine Stadt zum Leben und Spa\u00df haben. Von hier aus kann man schnell und einfach einige Klettergebiete erreichen &#8211; dazu z\u00e4hlen alle Gebiete von Cape Peninsula. In Kapstadt besteht auch die einzige M\u00f6glichkeit einen Kletterf\u00fchrer zu erwerben, besser ist es, diesen von Europa mitzubringen. Beste Aussichten hat man ansonsten in der lokalen <a href=\"http:\/\/www.indoorclimbing.com\/southafrica.html\">Kletterhalle<\/a>.<br\/>An den Felsen um Kapstadt ist vorrangig Sportklettern und Bouldern angesagt &#8211; bester Fels, fest und rau, viel Granit und Kalk ist hier anzutreffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr uns sollte die Reise erstmal Richtung W\u00fcste gehen, den ich liebe ruhige Gebiete, in denen ich mich auf das Wesentliche beschr\u00e4nken kann &#8211; Klettern, Spa\u00df haben, genie\u00dfen &#8211; einfach Leben, ohne den Stress und die Nebens\u00e4chlichkeiten des Alltags. Dazu steuerten wir gen Norden, immer die N7 lang. Dabei wird man schon gut unterhalten, es gibt immer etwas zu sehen.<br\/>Aufpassen, wer sich auch den entlegensten Klettergebieten n\u00e4hern will, ben\u00f6tigt ein Auto, bei dem der Vermieter nicht ver\u00e4rgert ist, wenn mal ein &#8222;Kratzer&#8220; am Wagen ist bzw. das ganze Auto sandgestrahlt ist und der Unterboden, sowie Radk\u00e4sten eigentlich nicht mehr im Originalzustand sind. Die Pisten verlangen dem Wagen viel ab, und im Laufe der Reise f\u00e4hrt man 100e von Kilometern nicht mehr mit 30km\/h, wie man es hier bei derartigen Pisten machen w\u00fcrde.<br\/>Folgt man der N7 bis Clanwilliam, so erreicht man irgendwann die Gebiete um Cederberg und den Rocklands. Aus diesen Gebieten kommen die vielen tollen Bilder, die man vielleicht schon aus diversen Magazinen kennt. Traumhaft fester Granit, der das Aussehen von Sandstein hat, mit schier unendlichen Griffm\u00f6glichkeiten. Boulder in allen Gr\u00f6\u00dfen und Schwierigkeiten. Das Cederberggebiet ist vor allem f\u00fcr Leute gut, die Ruhe beim Klettern haben wollen. Hier sollte man auch Zelt und Verpflegung ausreichend mitnehmen, ebenso gen\u00fcgend Wasser. Hier befindet man sich in der W\u00fcste bzw. Halbw\u00fcste. Bis zum n\u00e4chsten Verpflegungspunkt ist es weit. Die Aussicht ist grandios und man findet Unmengen Fels mit Potenzial. F\u00fcr alle Erschlie\u00dfer ist hier ein Paradies vorhanden.<br\/>Die Rocklands sind noch mal ein St\u00fcck weiter, aber die Anfahrt ist \u00fcberaus lohnend. Hier gibt es einen Zeltplatz und auch Einkaufsm\u00f6glichkeiten. Die Rocklands selbst, sind so gro\u00df, dass man sich schnell verl\u00e4uft und die \u00dcbersicht verliert &#8211; Felsen, so weit das Auge reicht. Selbst Lokals sind hier nur an den Felsen anzutreffen, die man im F\u00fchrer findet. Viele Touren, vor allem Boulder, sind von bekannten Gr\u00f6\u00dfen erschlossen und dementsprechend schwer. Aber auch hier kann man sich Unmengen neue Routensuchen oder einen der vielen Boulder erst begehen. Auch hier dominiert der \u00fcberragend feste Fels, dem man mit den \u201eEisenplatten\u201c in Sachsen vergleichen kann. Hat man erst das vertrauen in den Fels, dann hei\u00dft es nur noch genie\u00dfen und steigen. Die Absicherung ist vorbildlich. Erfreulicherweise ist das Gebiet nicht \u00fcberlaufen, ganz im Gegenteil, wir waren fast immer alleine.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-vimeo wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-has-aspect-ratio wp-embed-aspect-16-9\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/28498553?app_id=122963\" width=\"1140\" height=\"641\" frameborder=\"0\" title=\"Rocklands 2011\" webkitallowfullscreen mozallowfullscreen allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hat man sich hier ausgetobt, so sollte man die vielen Gebiete der Kletterf\u00fchrer ignorieren und sich auf wesentliche Gr\u00f6\u00dfen beschr\u00e4nken. Deshalb empfehle ich nun einen Trip nach Paarl, dieses St\u00e4dtchen darf man nicht auslassen. Hier finden sich eigentlich nur drei Bl\u00f6cke, allerdings sind die so gro\u00df, dass man sie nicht \u00fcberschauen kann. Hier beherrscht Reibungskletterei das Geschehen. Die leichteren Passagen sind in der Regel \u201eRunOuts\u201c und ein Umkehren ist so gut wie nicht m\u00f6glich. Die Kletterei ist traumhaft und hat man sich erstmal an die Reibung gew\u00f6hnt, dann kann man den festen Granit mit seinen rauen &#8222;Knubbeln&#8220; empor tanzen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/dir\/-33.744825,18.942232\/\/@-33.744558,18.942425,1845m\/data=!3m1!1e3!4m4!4m3!1m1!4e1!1m0?hl=de\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"882\" height=\"772\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/blog\/wp-content\/uploads\/parl-rock.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1238\" srcset=\"https:\/\/kvfl.com\/blog\/wp-content\/uploads\/parl-rock.jpg 882w, https:\/\/kvfl.com\/blog\/wp-content\/uploads\/parl-rock-300x263.jpg 300w, https:\/\/kvfl.com\/blog\/wp-content\/uploads\/parl-rock-768x672.jpg 768w, https:\/\/kvfl.com\/blog\/wp-content\/uploads\/parl-rock-624x546.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 882px) 100vw, 882px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br\/><a href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps?f=d&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;saddr=-33.744825,18.942232&amp;daddr=&amp;mrsp=0&amp;sz=14&amp;mra=mi&amp;sll=-33.744254,18.941889&amp;sspn=0.048175,0.112438&amp;ie=UTF8&amp;t=k&amp;om=1&amp;ll=-33.744558,18.942425&amp;spn=0.008921,0.016737&amp;z=16&amp;source=embed\">G Maps Kartenansicht<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im weiteren Verlauf sollte man unbedingt Station in Montagu machen. Im der Weingegend leben recht wohlhabende Einwohner und da scheint es Einige zu geben, die sich dem Erschlie\u00dfen von neuen Gebieten verschrieben haben. Hier gibt es auch die M\u00f6glichkeit Mehrseill\u00e4ngentouren zu klettern. Auch hier muss man sich um nichts k\u00fcmmern. Wer will, der geht Klettern und sucht sich eine Unterkunft im Ort. Einladende Cafes sorgen f\u00fcr den neuen Schub und im Hotelkomplex findet sich auch eine Bar. Die dortigen Felsen kann man nur zu den \u00d6ffnungszeiten des Hotels bzw. Schwimmbad aufsuchen. Also aufpassen, dass ihr das Gel\u00e4nde wieder rechtzeitig verlasst, sonst muss man einen riesigen Umweg laufen oder \u00fcber Nacht bleiben. Auf jeden Fall gibt es in der Umgebung von Montagu viel zu tun und man kann, je nach Sonnenstand, die passenden Felsen und Routen w\u00e4hlen. Hier ist der Fels \u00fcbrigens dem Porphyr in Th\u00fcringen recht \u00e4hnlich, wenn auch rauer und nicht br\u00fcchig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um das Land aber so zu erleben, wie ich es lieben gelernt habe, will ich nicht zu viel verraten. Denn gerade die Suche nach etwas, in einem fremden Land, sorgt doch oft f\u00fcr \u00dcberraschungen, die die Erinnerungen pr\u00e4gen und das Erlebnis formen. Wer allerdings Fragen oder Anregungen hat &#8211; ich freue mich \u00fcber jede freundliche <a href=\"https:\/\/kvfl.com\/kontakt\/\">eMail<\/a> mit hilfreichen Tipps, aber auch Fragen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verwendetes Material:<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Western Cape Rock, Tony Lourens, ISBN: 0-620-33272-7, (Gebiete der SW-K\u00fcste, siehe Karte oben)<\/li><li>The Restaurant (at the end of the universe crags), Gustav Janse van Rensburg, ISBN: 0-620-31108-08, (vorranig NO, Gebiet 250km vor Johannesburg)<\/li><li>Cape Rock, Julian Fisher, (vorrangig Gebiete um Kapstadt und Cederberg)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Linktipps:<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"http:\/\/saclimb.co.za\/\">saclimb.co.za<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/climb.co.za\/\">Rock Climbing South Afrika<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich sollte mich die diesj\u00e4hrige Reise in die H\u00f6hen des Ama Dablam f\u00fchren. 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