{"id":123,"date":"2006-11-21T08:51:38","date_gmt":"2006-11-21T07:51:38","guid":{"rendered":"http:\/\/kvfl.com\/techno-klettern-grundlagen-fuer-technoeinsteiger\/123"},"modified":"2006-11-21T08:51:38","modified_gmt":"2006-11-21T07:51:38","slug":"techno-klettern-grundlagen-fuer-technoeinsteiger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kvfl.com\/blog\/techno-klettern-grundlagen-fuer-technoeinsteiger\/123\/","title":{"rendered":"Techno &#8211; Klettern, Grundlagen f\u00fcr Technoeinsteiger"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/kletterwissen\/ministopper.jpg\" alt=\"Ministopper\" \/>In den Klettergebieten Th\u00fcringens dominiert das Sportklettern, bei dem man in der Regel gen\u00fcgend Sicherungen in Form von vorhanden Haken findet. Sollten die vorhandenen Sicherungen nicht ausreichen, so kann jederzeit mit Hilfe von mobilen Sicherungsmitteln die Sicherheit erh\u00f6ht werden. Verwendung finden dabei vorrangig Schlingen, Klemmkeile und Klemmger\u00e4te. Allerdings gibt es auch noch einige wenige Routen, bei denen die Spielform des technischen Kletterns in Erscheinung tritt. Und auch in anderen Gebieten der Welt ist das technische Klettern noch nicht weg zu denken.<br \/>\nWer noch keinen Einblick in die Artif-Bewertung hatte und seinen Horizont von dieser Richtung ein wenig erweitern will, der findet hier einige Hinweise zum Lesen von Artif-Bewertungen. Was habe ich als Wiederholer einer solchen Route zu erwarten und was muss ich mitnehmen? Die kryptischen Buchstaben der Bewertung f\u00fcr technische Routen erschlie\u00dft sich dem Einsteiger nur langsam ohne entsprechende Literatur oder Altmeister dieser Kletterform.<br \/>\nDie Artif-Bewertung gibt dem Techno-Freak wichtige Informationen \u00fcber den Begehungsstil, wie komplex die Linie und wie die Qualit\u00e4t der Sicherungen ist. Ebenso erf\u00e4hrt der Aspirant, wie gef\u00e4hrlich die Route ist und ob die Sicherungen einen Sturz halten k\u00f6nnen.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/kletterwissen\/camalot2.jpg\" alt=\"Camalots\" \/>Die A-Bewertung ist von A0 bis A6 (wobei A6 eigentlich kaum machbar ist und in der Diskussion steht) gestaffelt und beschreibt das k\u00fcnstliche Klettern. Eine Unterteilung findet nochmal mit + und &#8211; statt, um besser unterteilen zu k\u00f6nnen. Das A ist dabei vom franz\u00f6sischen Wort \u201eartificiel\u201c, was soviel heisst wie &#8222;k\u00fcnstlich&#8220; hergeleitet und wird f\u00fcr technisches Klettern verwendet. Beim technischen Klettern kann alles zum Einsatz kommen, was den Aspiranten dem Gipfel n\u00e4her bringt. Die Liste der zu verwendenden Hardware ist schier endlos und liest sich wie eine Liste von Fremdw\u00f6rtern. Nicht immer kann man mit jedem Begriff etwas anfangen und ein genaues Hinschauen ist wichtig. Viele Teile sind mittlerweile nur noch zum Vorw\u00e4rtskommen konzipiert und w\u00fcrden nie einen Sturz halten. Vertrauen und Erfahrung spielen eine gro\u00dfe Rolle in dieser Spielart des Kletterns.<br \/>\nUnterschieden wird aber trotzdem auch beim technischen Klettern &#8211; mit oder ohne Felshammer. Dazu dient die C-Bewertung, bei der alle Sicherungsmittel ausschlie\u00dflich mit der Hand im Fels verankert werden, auch Haken d\u00fcrfen genutzt werden. Dies ist das so genannte Clean-Klettern.<\/p>\n<p>Nun ein wenig zu  den Unterscheiden der einzelnen Grade. Eine Route, die eine A0 als Bewertung hat, ist noch solide und bietet gute Sicherungen, in die auch ein Sturz erfolgen kann. Greift man in Sportkletterrouten beispielsweise in den Haken oder die Expressschlinge um weiter zu kommen, so ist dies auch eine Begehung im A0-Stil.<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/kletterwissen\/stopper2.jpg\" alt=\"Stopper\" \/>Bei A1 und A2 wird es schon deutlich anspruchsvoller und schwierig eine solide Sicherung zu platzieren. Unter den Sicherungen sind aber immer noch gen\u00fcgend, die einen Sturz halten k\u00f6nnen. In Routen mit diesen Bewertungen kommt schon Hardware zum Einsatz, die nur dem Vorw\u00e4rtskommen dient und keinen Sturz halten w\u00fcrde. Hat man mehrere dieser Sicherungen hintereinander, so kann ein Sturz schon mal sehr lang ausfallen.<br \/>\nSteigt man in A3-Routen ein, so sollte man schon etwas \u00dcbung haben, denn hier werden die Fl\u00fcge schon wesentlich weiter und auch das Arbeiten in der Vertikalen dauert eine Ewigkeit. Der Zeitfaktor spielt schnell eine Rolle und das Gep\u00e4ck wird dementsprechend mehr. Steigt man in die gro\u00dfen Touren dieser Welt ein, zum Beispiel am El Cap im Yosemite Tal in den USA, so kann man schon mal einige Tage in der Wand verbringen.<br \/>\nDie Steigerung ist eine A4-Tour und das derzeitige Schlusslicht A5+. In Touren mit dieser Bewertung h\u00e4lt eigentlich nichts, hier kommt der Faktor Vertrauen ins Spiel &#8211; jede Sicherung bekommt eine Portion davon und wird damit an den Fels gekittet. Kommt es hier zu einem Sturz, so gehen die Sicherungen mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit im Reisverschlussverfahren auf und man h\u00e4ngt weit unter dem Sicherungspartner. Das Verletzungsrisiko ist sehr hoch und es gibt nur wenige Personen, die diesem Sport, in einem derartigen Level, richtig Spa\u00df abgewinnen k\u00f6nnen.<br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/kletterwissen\/setcamalot.jpg\" alt=\"Camalotset\" \/>Die erw\u00e4hnte C-Bewertung beim Techno-Klettern bewegt sich von C1 bis C3+ und gibt ebenso Aufschluss \u00fcber Qualit\u00e4t, Anspruch und Sicherungen. Eine C3-Route entspricht ungef\u00e4hr dem Gefahrenpotenzial einer A4-L\u00e4nge. Derzeit ist C4 noch in der Diskussion &#8211; ist sie best\u00e4tigt, so entspricht das Gefahrenpotenzial einer A5-Seill\u00e4nge. Dieser Trend ist sicher nicht zu verleugnen, denn die mobilen Sicherungen werden besser und kleiner, denken wir nur an die aktuellen Klemmger\u00e4te von Black Diamond und Wild Country (siehe <a href=\"https:\/\/kvfl.com\/vergleichstabelle-fuer-klemmgeraete\/121\">Vergleichstabelle von Klemmger\u00e4ten<\/a>). Durch diesen Trend sind beispielsweise in den letzten Jahren einige A-Bewertungen um eine C-Bewertung reicher geworden.<br \/>\nErscheint in der Bewertung ein F hinter der C Bewertung, so findet man in der Route fixierte Sicherungen, z.B. Haken oder Copperheads. Diese vorhandenen Sicherungen d\u00fcrfen nat\u00fcrlich dann genutzt werden. Verlassen kann man sich auf diese Sicherungen nicht &#8211; fehlen diese fixen Sicherungsmittel und man hat keinen Hammer und entsprechendes Material dabei, so wird es wohl wesentlich spannender. Gerade an Punkten, bei denen fixes Material hinterlassen wurde und nun dieses Material nicht vorhanden ist, sieht es oft schlecht aus mit Klettern im Clean-Aid-Stil. Da hilft nur eine gro\u00dfe Portion Mut oder Abseilen. Aber auch hier muss man sich im Vorfeld gut \u00fcber die Route informieren, denn nicht aus jeder Route ist einfach so abgeseilt. Gerade in gro\u00dfen W\u00e4nden gibt es oft einen \u201ePoint of no return\u201c.<\/p>\n<h3>Neue Schwierigkeitsbewertung im Techno-Klettern<\/h3>\n<p>Thomas Tivadar, aktiver Technospezialist und Begr\u00fcnder des \u201eClean New Wave\u201c-Stils, deren Anh\u00e4nger auf Bohrhaken verzichten, schl\u00e4gt derzeit eine neue Bewerung im Technosport vor. Dabei m\u00f6chte er die Schwierigkeitsskala zweiteilen &#8211; Gradeinteilung und Gefahrenbewertung. Die Gefahrenbewertung wird dabei in vier Kategorien eingeteilt (a-d). Die Gradeinteilung ist von A0 -A6 eingeteilt und bewertet die Schwierigkeit und die Ausrissfestigkeit.<\/p>\n<table id=\"tab\" border=\"0\" summary=\"\">\n<tr>\n<th>Gefahrenbewertung<\/th>\n<th>Erl\u00e4uterung<\/th>\n<\/tr>\n<tr class=\"second\">\n<td>a<\/td>\n<td>solide St\u00fcrze von max. 2m \u00fcber der Sicherung, kein Aufprall- oder Verletzungsrisiko<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>b<\/td>\n<td>St\u00fcrze \u00fcber 5m, eventuelles Ausreisen der Fortbewegungspunkte ist m\u00f6glich, in der Regel nur leichte Verletzungen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"second\">\n<td>c<\/td>\n<td>St\u00fcrze bis 30m ohne ernsthafte Verletzungen oder Sturzrisiken in nicht definerter H\u00f6he und der Gefahr schwerer Verletzungen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>d<\/td>\n<td>St\u00fcrze \u00fcber 30m, aber ohne ernsthafte Verletzungen oder St\u00fcrze ohne definierte H\u00f6he mit erheblichen und schweren Verletzungen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Klettergebieten Th\u00fcringens dominiert das Sportklettern, bei dem man in der Regel gen\u00fcgend Sicherungen in Form von vorhanden Haken findet. 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