{"id":251,"date":"2010-09-08T19:21:42","date_gmt":"2010-09-08T17:21:42","guid":{"rendered":"http:\/\/kvfl.com\/hochste-wand-des-balkans-erstbegangen\/251\/"},"modified":"2010-09-08T19:21:42","modified_gmt":"2010-09-08T17:21:42","slug":"hochste-wand-des-balkans-erstbegangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kvfl.com\/blog\/hochste-wand-des-balkans-erstbegangen\/251\/","title":{"rendered":"H\u00f6chste Wand des Balkans erstbegangen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/bigwall\/Arapit_Fototopo_kl.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/bigwall\/arapit_topo.jpg\" alt=\"Arapit Topo\" \/><\/a><br \/>\nIm Westen war sie bisher v\u00f6llig unbekannt: Die &#8222;Arapi \u2013 S\u00fcdwand&#8220; in den nordalbanischen Alpen. Mit 800 Metern Wandh\u00f6he und 1000 Klettermetern ist sie die mit Abstand h\u00f6chste Wand aller Balkanl\u00e4nder und damit etwa doppelt so hoch wie die \u201eAnica Kuk\u201c in Kroatien und immerhin fast anderthalb mal so gro\u00df wie die &#8222;Peretele Vaiia Alba&#8220; in Rum\u00e4nien. Jetzt gelang einem internationalem Kletterteam im Rahmen der Geoquest-Kletterexpedition 2010 in 18 Seill\u00e4ngen der freie Durchstieg.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nGefahren gab es durch einige lose Bl\u00f6cke in manchen Passagen, wobei  die Gr\u00f6\u00dfenordnungen im Bereich von Mikrowellen und gro\u00dfen Fernsehern blieben und K\u00fchlschr\u00e4nke oder gar Telefonzellen zum Gl\u00fcck nicht beseitigt werden mussten. Ein gro\u00dfer Fernseher kippte ganz zum Schluss dummerweise auf den Fu\u00df eines Teilnehmers, zerbrach dort einen Zeh, bevor er sich 400 Meter in die Tiefe st\u00fcrzte, in Wandmitte aufschlug, zerbarst und weitere 400 Meter tiefer am Wandfu\u00df einen Steinregen verursachte.<\/p>\n<p>Die Wand wurde von unten her mit leichter Boschbohrmaschine kletternd innerhalb von 4 Klettertagen mit minimaler Sicherung eingebohrt. Im Nachgang brachte ein zweites Team Fixseile an und erg\u00e4nzte fehlende Haken, so dass die ganze Aktion insgesamt 7 Tage in der Wand erforderte.<\/p>\n<h3>Info<\/h3>\n<p>Insgesamt ist die Felsqualit\u00e4t solide, gut griffiger quer geb\u00e4nderter Triaskalk mit gro\u00dfen Henkeln im unteren Wandteil wird von kompaktem Jurakalk im oberen Teil abgel\u00f6st, dort finden sich dann auch die Hauptschwierigkeiten. Es gibt drei schwere L\u00e4ngen: zwei 8- und einmal 8. Alle Standpl\u00e4tze sind mit zwei verbundenen Bohrhaken versehen, auch die schweren Einzelstellen sind gut gesichert. F\u00fcr die Strecken zwischendurch braucht man ein Set Camalots, Gr\u00f6\u00dfen 1 und 2 doppelt (eventuelle durch Link Cams erg\u00e4nzen). Klemmkeile wurden nicht ben\u00f6tigt, wer m\u00f6chte, kann nat\u00fcrlich trotzdem 3-4 Stopper mitnehmen. Kletterzeit ist etwa 14 Stunden, in der Mitte der Wand ist ein ger\u00e4umiges, \u00fcberdachtes Biwakband f\u00fcr den Notfall. Man kann entweder hintenrum absteigen (unglaubliche zerschroftes, faszinierendes Karstgel\u00e4nde mit Dolinen und H\u00f6hlen, unbedingt vorher erkunden) oder einfacher direkt \u00fcber die Route abseilen.<\/p>\n<p>Fotobericht und Topo findet ihr im Beitrag <a href=\"http:\/\/www.geoquest-verlag.de\/?q=node\/186\">Geoquest Albanien-Kletterexpedition 2010 auf geoquest-verlag.de<\/a><\/p>\n<h3>Die Kletterroute wurde eingerichtet durch<\/h3>\n<ul>\n<li>Axel Hake, Redakteur Klemmkeil, (Braunschweig)<\/li>\n<li>Christiane Hupe, Geoquest (Halle)<\/li>\n<li>Daniel Wilhelm, DAV Augsburg<\/li>\n<li>Ferdinand Triller,  DAV Augsburg<\/li>\n<li>Gerald Krug, Geoquest (Halle)<\/li>\n<li>Gerhard Duro, Club Partizan, Tirana (Albanien)<\/li>\n<li>John Ely, Washington (USA)<\/li>\n<li>Steffen Heimann, No Limit (Leipzig)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die erste Durchsteigung gelang Gerald Krug und Axel Hake, die erste Rotpunktbegehung sicherten sich Daniel Wilhelm und Ferdinand Triller und die erste durchgehende Einzeldurchsteigung (alles im Vorstieg) und gleichzeitig Damenbegehung ging an Christiane Hupe, gesichert und gefolgt von Steffen Heimann.<\/p>\n<p>F\u00fcr Albanien erhofft sich die Gruppe, mit dieser Aktion ein Startsignal ins vertikale Zeitalter gegeben zu haben.<\/p>\n<p>Um das <strong>Sportklettern<\/strong> auch in normalen Gr\u00f6\u00dfendimensionen zu etablieren, hat das Team 20 Kilometer von der Hauptstadt Tirana entfernt  noch das erste Sportklettergebiet des Landes er\u00f6ffnet. Es hei\u00dft Bovilla, liegt idyllisch gelegen am gleichnamigen  Stausee und bietet mittlerweile 14 bohrhakengesicherte Sportklettertouren von 4 bis 9 an Platten, senkrechten W\u00e4nden sowie \u00dcberh\u00e4ngen mit gro\u00dfen Sintern.<br \/>\n&#8230; weitere Infos findet ihr im Beitrag <a href=\"http:\/\/www.geoquest-verlag.de\/?q=node\/186\">Geoquest Albanien-Kletterexpedition 2010 auf geoquest-verlag.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Westen war sie bisher v\u00f6llig unbekannt: Die &#8222;Arapi \u2013 S\u00fcdwand&#8220; in den nordalbanischen Alpen. 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