{"id":44,"date":"2005-08-23T15:54:04","date_gmt":"2005-08-23T14:54:04","guid":{"rendered":"http:\/\/kvfl.com\/10-regeln-zum-naturvertraeglichen-klettern\/44\/"},"modified":"2005-08-23T15:54:04","modified_gmt":"2005-08-23T14:54:04","slug":"10-regeln-zum-naturvertraeglichen-klettern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kvfl.com\/blog\/10-regeln-zum-naturvertraeglichen-klettern\/44\/","title":{"rendered":"10 Regeln zum naturvertr\u00e4glichen Klettern"},"content":{"rendered":"<dl class=\"ImgRight\">\n<dt><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/hangstein\/hangstein.jpg\" alt=\"Hangstein bei Eisenach\" title=\"Hangstein bei Eisenach\" \/><\/dt>\n<dd><em>Hangstein bei Eisenach<\/em><\/dd>\n<\/dl>\n<ol>\n<li>\n<h3>Aktuelle Kletterregelungen beachten<\/h3>\n<p>Kletterregelungen werden in vielen Regionen von der Naturschutzbeh\u00f6rde in Zusammenarbeit sowohl mit den Kletter- als auch den Naturschutzverb\u00e4nden aufgestellt. Jeder Kletterer sollte sich rechtzeitig dar\u00fcber informieren. Ziel der Richtlinien ist es, den Schutz von Flora und Fauna sicherzustellen und zugleich den Kletterern den Spa\u00df an ihrem Sport zu erhalten. Ge- und Verbote finden sich an Infotafeln in den Klettergebieten und in guten Kletterf\u00fchrern. Auch im Internet sind die Regelungen f\u00fcr alle deutschen Mittelgebirge unter www.kletterregelung.de nachzulesen.\n<\/li>\n<li>\n<h3>Pers\u00f6nlichkeit braucht keinen Individualverkehr<\/h3>\n<p>Unsere Mittelgebirgsfelsen sind der Lebensraum zahlreicher Pflanzen und Tiere. Und nur wenn deren Zuhause intakt bleibt, k\u00f6nnen sie weiter existieren. Wer bei der Anreise in die Klettergebiete \u00f6ffentliche Verkehrsmittel benutzt oder Fahrgemeinschaften bildet, verringert die ber\u00fcchtigte Hauptursache f\u00fcr die drohende Klimakatastrophe &#8211; den CO2-Aussto\u00df.\n<\/li>\n<li>\n<h3>Nur zugelassene Parkpl\u00e4tze nutzen<\/h3>\n<p>Wenn ihr schon mit dem Auto anreist, so stellt eure Fahrzeuge bitte unbedingt auf den daf\u00fcr vorgesehenen Pl\u00e4tzen ab. Wildes Parken st\u00f6rt nicht nur die Anlieger oder Landwirte, deren Feldzufahrt versperrt ist, sondern sch\u00e4digt auch die Vegetation.\n<\/li>\n<p><!--more--><\/p>\n<li>\n<h3>Nutzen bieten, Nutzen ernten<\/h3>\n<p>Den Menschen in den Klettergebieten sollen von uns nicht volle Parkpl\u00e4tze, zugeparkte Stra\u00dfenr\u00e4nder oder gar l\u00e4rmendes Auftreten am Fels in Erinnerung bleiben. Nutzt die lokalen Gasth\u00f6fe oder offiziellen Zeltpl\u00e4tze f\u00fcr die Unterkunft: Der pers\u00f6nliche Kontakt mit den Anwohnern r\u00e4umt sicher so manches Vorurteil aus &#8211; und vielleicht kennt der eine oder andere sogar Insider-Tipps.\n<\/li>\n<li>\n<h3>Nicht auf Abwege geraten<\/h3>\n<p>Der Wald unterhalb der Felsen geht h\u00e4ufig in steile Ger\u00f6llhalden \u00fcber. Diese Biotope sind wegen ihrer flachgr\u00fcndigen B\u00f6den \u00e4u\u00dferst trittempfindlich. Haltet euch deswegen an die \u00fcblichen Zustiegspfade und ihr k\u00f6nnt euch an den hier heimischen Pflanzen &#8211; wie Hirschzunge, Rupprechtsfarn oder Schmalbl\u00e4ttriger Hohlzahn &#8211; auch weiter freuen.\n<\/li>\n<li>\n<h3>Pflanzenbewuchs in den Felsen erhalten<\/h3>\n<p>F\u00fcr den Laien ist es nicht zu erkennen, aber oft setzt sich der Lebensraum Fels wie ein Puzzle aus einer Vielzahl von Teilbiotopen zusammen. Je nach Standort, Neigung und Struktur des Felsens bilden sich Kleinstbiotope. So entdecken wir pl\u00f6tzlich direkt neben einem steilen, kahlen Wandbereich eine sonnige Felsterrasse mit ausreichendem Erdreich, auf der viele unterschiedliche Pflanzenarten heimisch geworden sind. Wir sollten darauf achten, solche Felsen mit ausgepr\u00e4gter Vegetation nur behutsam und die geneigten, stark bewachsenen Wandzonen gar nicht zu begehen. Felszonen, in denen das Beklettern den Bestand einer Art gef\u00e4hrdet, werden im Rahmen von Kletterkonzeptionen stillgelegt. Gesperrte bzw. offene Felsbereiche sind an den bundesweit einheitlichen Symbolen Kreuz und Pfeil zu erkennen.<br \/>\nIn den kleinen Rissen in der Felswand sowie in Spalten und L\u00f6chern kann sich Feinerde ansammeln und ein begrenztes Wasserreservoir bieten. Hier wachsen die eigentlichen Felspflanzen. Typische Felsspezialisten wie der Braune Streifenfarn, das Immergr\u00fcne Felsenbl\u00fcmchen, Traubensteinbrech oder Kugelsch\u00f6tchen wachsen unter diesen kargen Lebensbedingungen meist nur langsam. Fehlt es an Strukturen, die Erdablagerungen erm\u00f6glichen, und somit an Wurzelraum, werden die Felsw\u00e4nde nicht von Farnen und Bl\u00fctenpflanzen besiedelt, sondern von Algen, Moosen und Flechten. An silikatreichen Felsen, wie im Granit des Harzes oder im Pf\u00e4lzer Sandstein, gedeiht ein besonders \u00fcppiger Flechtenbewuchs.\n<\/li>\n<li>\n<h3>Erkl\u00e4rt die Felsen nicht f\u00fcr vogelfrei!<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend die gesch\u00fctzten, in den Felsen beheimateten Vogelarten br\u00fcten und ihre Jungen aufziehen, wird eine zeitlich befristete Sperrung verh\u00e4ngt. Nur so k\u00f6nnen seltene V\u00f6gel wie Wanderfalke und Uhu \u00fcberleben. Informationen \u00fcber befristete Sperrungen bieten Hinweistafeln an den Felsen oder das Internet unter www.kletterregelung.de.<br \/>\nDie au\u00dfergew\u00f6hnliche Tierwelt der Felsbiotope beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf Uhu und Wanderfalke, Einige Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>\nBei den Felsbewohnern unter den Insekten gibt es \u00e4u\u00dferst spezialisierte und seltene Arten. Die Larven des nur noch vereinzelt vorkommenden Apollofalters etwa haben sich auf die Bl\u00e4tter des Wei\u00dfen Mauerpfeffers festgelegt. Ein weiterer Spezialist ist der Schmetterlingshaft, ein w\u00e4rmeliebender Einwanderer aus s\u00fcdlichen Gefilden. Sein Verwandter, der r\u00e4uberische Ameisenl\u00f6we, \u00e4hnelt in seiner entwickelten Form einer Libelle. Dessen Larven graben im besonnten, trockenen Erdbcreich kleine Trichter, auf deren Grund sie auf ihre Beute lauern.\n<\/li>\n<li>\nNach S\u00fcden ausgerichtete Felsen und Ger\u00f6llh\u00e4nge sind der bevorzugte Lebensraum der in Mitteleuropa seltenen Mauereidechse. Weitere in unseren Felsen heimische Reptilien sind die in Ger\u00f6llhalden und der Steppenheide lebenden Schlingnattern.\n<\/li>\n<li>\nZu den besonders gef\u00e4hrdeten felsbewohnenden S\u00e4ugetieren z\u00e4hlen bekanntlich die Flederm\u00e4use, die in H\u00f6hlen \u00fcberwintern und sich h\u00e4ufig Felsspalten als Sommerquartiere w\u00e4hlen. Hier verbringen sie schlafend den Tag, um in der D\u00e4mmerung auf Beutejagd zu gehen.\n<\/li>\n<li>\nEs gibt auch Vogelarten , die weitgehend an die Felsbiotope gebunden sind. Die bekanntesten sind Uhu, Wanderfalke, Dohle und Kolkrabe. Der seltene Berglaubs\u00e4nger und die Zippammer br\u00fcten im Umfeld der Felsen S\u00fcddeutschlands, wo sich auch bisweilen der Mauerl\u00e4ufer als Wintergast aufh\u00e4lt.\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>\n<h3>Abseil- und Umlenkhaken weisen den Weg<\/h3>\n<p>Umlenk- und Abseilhaken unterhalb der Vegetationszone des Felskopfes haben in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, die Pflanzengesellschaften im &#8222;Gipfelbereich&#8220; der Felsen zu sch\u00fctzen. Bitte nutzt diese Haken auch in der Zukunft &#8211; sie weisen euch den richtigen Weg.<br \/>\nIn der \u00dcbergangszone von der Felswand zu den B\u00e4ndern und den Felsk\u00f6pfen l\u00e4sst sich eine typische Abfolge von Pflanzengesellschaften beobachten: Im Kalk werden die eigentlichen Felspflanzen mit dem zunehmenden Erdreich von der Steppenheide abgel\u00f6st. Auf Terrassen und in den Steilschrofen gedeihen Pfingstnelke, Hasenohrhabichtskraut und Blasser Schwingel. Wei\u00dfer und Scharfer Mauerpfeffer, Ochsenauge sowie Blutroter Storchschnabel wachsen auf den farbenpr\u00e4chtigen und artenreichen Felsk\u00f6pfen, den botanisch reichhaltigsten Zonen der Felsbiotopc. An sie schlie\u00dft sich die Steppenheide an, ein buntes Gemisch aus Hochstauden, kleinw\u00fcchsigen Krautern, Gr\u00e4sern, Str\u00e4uchern und einzelnen B\u00e4umen.\n<\/li>\n<li>\n<h3>Klettergebiete sind keine M\u00fcllhalden<\/h3>\n<p>Achtlos weggeworfene Abf\u00e4lle verschandeln die Felsgebiete nicht nur optisch: Pflanzen und Tiere reagieren auf Ver\u00e4nderungen ihres Lebensumfeldes sehr empfindlich. Werft euren M\u00fcll deshalb in keinem Fall in die Landschaft, vergrabt F\u00e4kalien und nutzt f\u00fcr Lagerfeuer nur die &#8222;offiziellen&#8220; Feuerstellen!\n<\/li>\n<li>\n<h3>Sanierungen und Erschlie\u00dfungen mit dem lokalen Arbeitskreis abstimmen<\/h3>\n<p>In vielen Klettergebieten wurden Arbeitskreise f\u00fcr Klettern und Naturschutz (AKNs) gegr\u00fcndet. Diese haben sich einen umweltgerechten Kletterbetrieb und die Erhaltung der Natur zum Ziel gesetzt und entwickeln entsprechende Vereinbarungen zur Erschlie\u00dfung von Neutouren. Nur wenn diese Beschl\u00fcsse auch eingehalten werden, k\u00f6nnen Felsbereiche gesch\u00fctzt und Konflikte vermieden werden.<br \/>\nDie Adressen von Ansprechpartnern und Informationen zu Neutouren-regelungen finden sich in den meisten Kletterf\u00fchrern oder unter www.kletterregelung.de\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><cite>Quelle: Merkblatt zum naturvertr\u00e4glichen Klettern&#8220;, DAV e.V., 2001<\/cite><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hangstein bei Eisenach Aktuelle Kletterregelungen beachten Kletterregelungen werden in vielen Regionen von der Naturschutzbeh\u00f6rde in Zusammenarbeit sowohl mit den Kletter- als auch den Naturschutzverb\u00e4nden aufgestellt. Jeder Kletterer sollte sich rechtzeitig dar\u00fcber informieren. 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