{"id":450,"date":"2003-09-01T12:53:15","date_gmt":"2003-09-01T10:53:15","guid":{"rendered":"http:\/\/kvfl.com\/mongolei\/3"},"modified":"2022-11-29T08:51:00","modified_gmt":"2022-11-29T07:51:00","slug":"mongolei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kvfl.com\/blog\/mongolei\/450\/","title":{"rendered":"Reisebericht Mongolei und Besteigung des Otgon Tenger"},"content":{"rendered":"<p><a title=\"{Mongolei} \" href=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/jurte.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Click f\u00fcr Zoom\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/jurte2.jpg\" alt=\"Mongolische Jurte\" \/><\/a>Wunderbare Menschen, Gastfreundschaft, die einem in diesem Umfang nur selten entgegengebracht wird, unendliche Weiten, wolkenloser, tiefblauer Himmel, unbegrenzter Horizont und immer wieder wei\u00dfen Jurten &#8211; alles das sind Bilder, die man in sich tr\u00e4gt, wenn man dieses wunderbare Land &#8211; Mongolei &#8211; bereist hat.<br \/>\nKein Reisender kann sich dieser Faszination entziehen. Seit der Wende ist es uns nun m\u00f6glich, dieses Land auf eigene Faust zu erkunden, und genau wir haben das getan und sind \u00fcber alle Ma\u00dfen begeistert und m\u00f6chten deshalb anderen Menschen helfen, dieses Land genauso wunderbar zu erleben. Ein kleiner Bericht, der bei weitem nicht alle Stationen dieser Reise beinhaltet, soll unsere Eindr\u00fccke von diesem Land schildern.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nNachdem wir die letzten Jahre immer auf eigene Faust gereist sind, war es ein wunderbares Gef\u00fchl am Flughafen von Ulan Bator zwei wildfremde Menschen zu sehen, die ein Schild mit unseren Namen in der Hand hielten, wobei mein Nachname 6 Buchstaben mehr hatte als in meinem deutschen Pass. Gleich drauf haben wir uns angefreundet und auch die Bedenken meiner Freundin gegen\u00fcber diesen Menschen waren schnell verflogen. Sofort wurden uns die Sch\u00e4tze der Stadt gezeigt, wobei man uns <a title=\"{Mongolei} \" href=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/karavane.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"Click f\u00fcr Zoom\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/karavane2.jpg\" alt=\"Kamelkaravane\" \/><\/a>zum gr\u00f6\u00dften Einkaufszentrum der Stadt brachte. Vorerst machten wir den ganzen Spa\u00df mit, da wir die \u00fcberschw\u00e4ngliche Freude unserer beiden neuen Freunde bemerkten. Sie kamen durch uns auch einmal in den Genuss kamen, diese Einkaufsmeile von innen zu betrachten. Nach dem dritten Besuch einer solchen Einrichtung mussten wir doch mal erkl\u00e4ren, dass uns andere kulturelle Highlights der Stadt mehr interessierten. Bevor ich aber n\u00e4her auf die Reise eingehe, noch ein paar Zeilen zur Stadt Ulan Bator, die man als Ausgangspunkt w\u00e4hlen muss. Eine andere Ankunftsm\u00f6glichkeit in der Mongolei gibt es nicht, es sei denn, man reist mit der Transsibirischen Eisenbahn ein.<\/p>\n<p>Nach unserem Aufenthalt in Moskau, welcher sieben Stunden dauerte, ging es dann auch endlich zum Ausgangspunkt unserer neuen \u201eTraumreise\u201c los. Wobei wir \u201eHerrn Globetrotter\u201c danken m\u00f6chten, denn nur durch ein Bild zwischen seinen vielen Angeboten, welches Conny, meiner Lebensgef\u00e4hrtin, so au\u00dfergew\u00f6hnlich gut gefiel, dass sie beschloss: Da m\u00fcssen wir hin. In Ulan Bator gelandet fragt man sich: Ist Ulan Bator die Mongolei? Da wir uns aber vorher belesen hatten, war uns klar, es muss besser werden. Der \u201eCharme\u201c dieser Stadt ist wohl nicht auf den ersten Tagen einer Reise durch ein ansonsten wunderbares Land zu erkennen. Erst nach einigen Tagen oder sogar Wochen in der W\u00fcste oder Steppe des Landes freut man sich auf die Annehmlichkeiten der Stadt, wie zum Beispiel Elektrizit\u00e4t und warmes Wasser. Ansonsten ist das Stadtbild von gro\u00dfen Plattenbauten gepr\u00e4gt, \u00fcberall stehen Baukr\u00e4ne dir neue \u201ebessere\u201c Hochh\u00e4user hinzuf\u00fcgen &#8211; der Bauboom ist nicht \u00fcbersehbar. Viele Menschen, die vorrangig am <a title=\"{Mongolei} \" href=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/karakorum.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"Click f\u00fcr Zoom\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/karakorum2.jpg\" alt=\"Karakorum\" \/><\/a>Nordhang der Stadt wohnen, wollen ihre Jurten verlassen und die Annehmlichkeiten einer Wohnung mit Fernheizung und flie\u00dfend Wasser genie\u00dfen, weil sie immer wieder bei den gro\u00dfen Regenf\u00e4llen ihr Hab und Gut in den Fluten des Wassers, welches keinen Halt auf dem trockenen Steppenboden findet, verlieren. Aber auch uns bietet die Stadt schon jetzt Vorteile, denn nur hier besteht die M\u00f6glichkeit gen\u00fcgend Lebensmittel und andere Utensilien zu besorgen, die wir auf unserer vier Wochen andauernden Reise ben\u00f6tigen werden. N\u00e4here Ausf\u00fchrungen zu der Stadt m\u00f6chte ich aber nicht geben, da das jeder Reisef\u00fchrer in besserer und ausf\u00fchrlicher Form kann. Jedenfalls sollte man sich als Reisender nicht vom Anblick der Stadt entmutigen lassen und auf die sch\u00f6nen Seiten des Landes vertrauen, die darauf folgen sollen.<\/p>\n<p>Um in der Mongolei unterwegs zu sein, ist es meiner Meinung nach unumg\u00e4nglich ein Fahrzeug zu organisieren. Direkte Busverbindungen oder gar Trampen sind in diesem Land vollkommen unm\u00f6glich. Nicht einmal eine Bahnverbindung bringt hier die Menschen quer durchs Land. Aber auch die Fahrzeugwahl sollte gut \u00fcberlegt werden, denn ein ausgebautes Stra\u00dfennetz gibt es nicht. Lediglich die Strecke zur alten Hauptstadt Kara-Korum ist mit einer Teerdecke \u00fcberzogen. Trotzdem sollte auch hier das verw\u00f6hnte europ\u00e4ische Autofahrerherz nicht von ebenen Autobahnen tr\u00e4umen. Noch wichtiger als ein gutes Fahrzeug, wobei hier ich hier nicht von Luxusjeeps rede, sondern von widerstandsf\u00e4higen Fahrzeugen, die sich mit einem Minimum an Pflege und Elektronik begn\u00fcgen, ist ein guter Fahrer und Techniker, der sich gut mit dem Fahrzeug und der Strecke auskennen sollte. Gut ist ein Fahrer, der im ganzen Land seine Verwandten verstreut hat und somit immer einen Anlaufpunkt zur Reparatur des Fahrzeuges hat. Mit unserem Fahrer waren wir hier sehr gut bedient. Nach kurzer Zeit waren wir gute Freunde.<\/p>\n<p><a title=\"{Mongolei} \" href=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/jaeger.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"Click f\u00fcr Zoom\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/jaeger2.jpg\" alt=\"Monglische J\u00e4ger\" \/><\/a>Nachdem wir nach drei Tagen in der Hauptstadt alles in unseren Jeep, eine russischen UAS, verladen hatten, ging es dann auch endlich los. Mit Tagesetappen zwischen 50 und 300 km pro Tag muss man dabei rechnen, denn die Stra\u00dfenverh\u00e4ltnisse lassen nur ein langsames Vorw\u00e4rtskommen zu. Im Hochmoor wird man dabei auch des \u00d6fteren von Reitern \u00fcberholt. Vorerst ist man so beeindruckt von der Weite des Landes, die man mit dem Auge gar nicht aufnehmen kann, dass man die anstrengenden Tagesetappen immer noch um einige Kilometer verl\u00e4ngern m\u00f6chte. Nach einigen Tagen ist man bei der vielen Sch\u00fcttelei im Auto \u00fcber jede Pause dankbar. Wir konnten die Reise vollkommen selbstst\u00e4ndig planen. Ich war nur davon besessen, so viel wie m\u00f6glich zu sehen und dr\u00e4ngte deshalb immer zur Eile und Weiterfahrt.<br \/>\n<a title=\"{Mongolei} \" href=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/conny-yak.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Click f\u00fcr Zoom\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/conny-yak2.jpg\" alt=\"weiter per Wagen und Yak\" \/><\/a>Schon fr\u00fch am Morgen bereitete ich das Fr\u00fchst\u00fcck und weckte unsere beiden mongolischen Freunde, die diese Eile nie verstehen konnten. In der Mongolei wird man es wohl nie erleben, dass man einen Einheimischen sieht, der in Eile ist &#8211; Ein Mongole hat immer Zeit. Dieser Tradition verdanken wir es auch, dass wir so viele nette und gastfreundschaftliche Menschen n\u00e4her kennenlernen durften. Was auch vorrangig den Charme dieses Landes ausmacht. Die freundlichen Menschen machen den Charme des Landes aus. Die Menschen leben sehr bescheiden. Deshalb ist es f\u00fcr uns selbstverst\u00e4ndlich, Gastgeschenke dabei zu haben. Vor allem die Kinder profitierten hierbei von Connys gro\u00dfem Geschenkbeutel.<\/p>\n<p>Im Land selbst unterwegs zu sein, hei\u00dft auch, viel Ruhe und Zeit zu haben, eines der letzten unber\u00fchrten Gebiete der Welt zu entdecken. Um die Eindr\u00fccke etwas poetischer zu beschreiben, m\u00f6chte ich F.Forkert und B.Stelling zitieren:<br \/>\n<q cite=\"F.Forkert und B.Stelling\">Wer als Kind unserer modernen Zivilisation einmal einsam und allein auf einem der unendlich vielen Gipfel dieses Landes stand, seinen Blick \u00fcber hunderte Kilometer unbebauten Graslandes schweifen lie\u00df und das Gef\u00fchl nicht loswurde, um ein Haar mit dem Kopf den ewig blauen Himmel zu ber\u00fchren, wird fortan mit einem Blick sein Leben und das anderer betrachten.<\/q><\/p>\n<p><a title=\"{Mongolei} \" href=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/manla-conny.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" title=\"Click f\u00fcr Zoom\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/manla-conny2.jpg\" alt=\"Abstieg am Otgon Tenger\" \/><\/a>Nach einer langen und wunderbaren Reise sind wir dann am Ausl\u00e4ufer des Altai angekommen, wo noch ein besonderes Highlight auf uns wartete &#8211; der Otgon Tenger. Ein wunderbarer Berg, der einsam und frei in der Steppe steht und dabei eine H\u00f6he von ~4021 m hat, genau Angaben sind derzeit unbekannt. Wenn man so viele Tage und Wochen unterwegs war, in ebener Graslandschaft, mit netten Bekanntschaften und Erlebnissen, glaubt man nicht, dass es noch etwas Tolleres gibt. Der Berg erscheint einem unendlich sch\u00f6n. Nat\u00fcrlich wollten wir ihn auch besteigen. Wir bekamen Hilfe von einer Familie, welche ein Haus im Basislager hat. Auch hier haben wir nur wunderbare Erinnerungen, vom freundlichen Miteinander bis zum \u00fcberaus lustigen Wodka-Abend. Um an den <a title=\"{Mongolei} \" href=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/kind.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"Click f\u00fcr Zoom\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/kind2.jpg\" alt=\"weiter per Wagen und Yak\" \/><\/a>Berg zu kommen, hatten wir uns von der Familie einen Yak ausgeliehen, welcher uns die Rucks\u00e4cke bis zum n\u00e4chsten Lager brachte, das sich direkt am Fu\u00dfe des Berges an einem glasklaren See, in dem sich der Berg spiegelt, befindet. Von hier haben wir dann am n\u00e4chsten Morgen die Besteigung gestartet. Der Aufstieg ist nicht sonderlich schwierig, der Umgang mit Steigeisen sollte allerdings bekannt sein, denn im oberen Teil ist der Berg vereist. Wegen des starken Windes gibt es teilweise auch Blankeis. Leider hatten wir nur sehr kurz einen Ausblick auf die T\u00e4ler, die von hier oben noch gr\u00f6\u00dfer erscheinen, da das Wetter nicht sonderlich gut war. Trotzdem genie\u00dfe ich noch immer die Freiheit, die man in dem Moment des Seins, auf dem h\u00f6chsten Punkt in der Umgebung sp\u00fcrt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/kvfl.com\/bilder\/mongolei\/karte.gif\" alt=\"Reistour\" \/>Verwendetes Material:<\/p>\n<ul>\n<li>F.Forkert, B.Stelling &#8222;Mongolei&#8220;, Reise Know How, ISBN: 3-89416-844-7<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wunderbare Menschen, Gastfreundschaft, die einem in diesem Umfang nur selten entgegengebracht wird, unendliche Weiten, wolkenloser, tiefblauer Himmel, unbegrenzter Horizont und immer wieder wei\u00dfen Jurten &#8211; alles das sind Bilder, die man in sich tr\u00e4gt, wenn man dieses wunderbare Land &#8211; Mongolei &#8211; bereist hat. Kein Reisender kann sich dieser Faszination entziehen. 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